(eingeschleppte Infektionskrankheiten aus den Mittelmeerländern bzw. tropischen Ländern)
Nimmt der Besitzer sein geliebtes Haustier auf eine Auslandsreise mit, muss er daran denken, dass sich sein Tier dort mit einer Infektionskrankheit infizieren kann.
Folgende Infektionskrankheiten sind bekannt:
Diese Protozoenkrankheit (Babesia canis) wird durch Zecken (Rhipicephalus sanguineus
= braune Hundezecke, Dermacentor reticulatus) übertragen und kann mit hämolytischer
Anämie (Blutarmut) und Ikterus (Gelbsucht) einhergehen.
Die Inkubationszeit bei natürlicher Infektion beträgt 10 Tage bis 3 Wochen. Die Symptome
richten sich nach dem Schweregrad des Verlaufs. Junge Hunde, kranke Hunde und gestresste
Tiere können innerhalb kürzester Zeit (perakut) sterben. Typische akute Symptome sind:
Fieber (bis 42 °C), Mattigkeit, Schwäche, blasse bis gelbliche Schleimhäute, rötlich
bis brauner Harn, Gelbsucht (Ikterus), Leber- und Milzvergrößerung. Der chronische
Verlauf kann mit Fieber, Abmagerung, Teilnahmslosigkeit, Anzeichen von Leberinsuffizienz
und Gelbsucht (Ikterus) einhergehen.Seltener sind blutige Durchfälle,
Schleimhautblutungen und Ödeme anzutreffen.
Die Diagnose kann mit Hilfe einer Blutuntersuchung (Blutausstrich, serologischer Nachweis)
gestellt werden.
Die Prognose hängt vom Schweregrad des Verlaufes, Alter des Tieres und
rechtzeitiger Intervention ab.
Die Behandlung schließt ein Antibabesienmedikament und evtl. eine symptomatische Therapie
mit ein.
Prophylaxe: Zeckenbekämpfung mit geeigneten Präparaten, evtl. Impfung mit einem
inaktiviertem Impfstoff, Injektionen mit einem Antibabesienmedikament (schützt den Hund
ca. 4 Wochen vor einer Infektion).
Bei der Hundeleishmaniose handelt es sich um eine granulomatöse Haut- und
Organerkrankung, die durch intrazelluläre Protozoen (Leishmania donovani infantum)
verursacht wird. Die Ansteckung erfolgt durch Sandfliegen (blutsaugende
Schmetterlingsmücken). Außerdem können Schmierinfektionen, mit Sekreten von
Hautläsionen bei bestehenden Hautverletzungen, eine Infektion bewirken.
Die Inkubationszeit kann von mehreren Wochen bis zu 7 Jahren variieren.
Bei dieser Erkrankung unterscheidet man eine latente Form, die besonders im Anfangsstadium
jahrelang unbemerkt bestehen kann und eine manifeste Form, die in unterschiedlichen
Schweregraden separat oder gleichzeitig Haut, Bauchorgane und Blutsystem befallen kann.
Die Hundleishmaniose verursacht häufig unspezifische, oft schubweise Symptome, wie sie
auch bei vielen anderen Krankheiten vorkommen können (Mattigkeit, gelichtetes Haarkleid,
Fieberschübe, Abmagerung, Leber- und Milzvergrößerung, Muskelschwäche).
Hochverdächtig sind eine chronische, nicht juckende und schuppende Hautentzündung und
Haarlosigkeit (um die Augen, auf dem Nasenrücken, und an den Ohrspitzen). Die
Hautveränderungen können sich auf Hals, Rücken, Gliedmaßen und Pfoten ausbreiten.
Häufig kommt es infolge einer Entzündung des Krallenbettes zu einem übermäßigen
Krallenwachstum. Die Lymphknoten sind vergrößert und das Abtasten des Bauchraumes kann
Schmerz verursachen (große Milz und Leber). Des Weiteren können blutiger Kot und blasse
Schleimhäute vorkommen.
Die Diagnose wird mittels einer, Bindehaut-und Hornhautentzündungen, Blutuntersuchung
(serologischer Nachweis) gestellt.
Die Prognose ist vorsichtig zu stellen. Mit einer Behandlung kann zwar meistens
eine Besserung erreicht werden, eine Heilung ist jedoch nur bei einem sehr geringen
Prozentsatz zu erreichen. Bei infizierten, noch nicht erkrankten Hunden kann eine
prophylaktische Therapie eingeleitet werden. Bereits erkrankte Tiere können mit
speziellen Medikamenten behandelt werden.
Einen Impfstoff gibt es nicht.
Vorsicht ZOONOSE! Da eine Ansteckung über Hautwunden möglich ist,
sollte man auf peinlichste Hygiene, v.a. bei Kindern und geschwächten Personen, achten.
Die Ehrlichiose ist eine Infektionskrankheit, die durch Zecken, v.a. Rhipicephalus
sanguineus (= braune Hundezecke), übertragen wird. Relativ häufig sind Doppelinfektionen
mit Babesien, da beide Erreger von denselben Zecken übertragen werden.
Die Ansteckung erfolgt durch den Zeckenbiß. Die Inkubationszeit beträgt zwischen 8 und
20 Tagen.
Bei einer Erkrankung kommt es zu Fieberschüben (bis zu 41 °C), Freßunlust,
Atemproblemen, Lymphknotenschwellungen, eitrigen Augen- und Nasenausfluß,
Milzvergrößerungen bis hin zu Veränderungen des roten und weißen Blutbildes. In
manchen Fällen zeigen die erkrankten Tiere erhöhte Blutungsneigung.
Die Diagnose wird anhand eines Bluttests (serologischer Nachweis) gestellt.
Die Prognose ist ungünstig in fortgeschrittenen Fällen, günstig bei
rechtzeitiger Behandlung.
Bei der Behandlung kommen Doxycyclin und symptomatische Maßnahmen zum Einsatz.
Prophylaxe: Zeckenbekämpfung mit geeigneten Mitteln.
Diese parasitäre Erkrankung wird durch Stechmücken übertragen. Ausgewachsene Würmer
von Dirofilaria immitis (ca. 1 mm dick und bis zu 25 cm lang) finden sich in variabler
Zahl im Herzen und in den Lungenarterien, ausnahmsweise auch in anderen Organen.
Bei infizierten Hunden kann sich die Herzwurmerkrankung durch Leistungsabfall, Husten,
Atembeschwerden, Hecheln, Abmagerung und Stauungserscheinungen bemerkbar machen.
Die Diagnose kann mittels Bluttest (serologischer Nachweis) gestellt werden.
Die Prognose richtet sich nach dem Schweregrad der Erkrankung.
Eine Behandlung ist möglich, jedoch kann es nach der Behandlung, durch das Absterben der
erwachsenen Würmer, zu Lungenembolien kommen. Bei schwerstem Befall muss man deshalb auch
an eine operative Entfernung der Herzwürmer denken.
Prophylaxe: Spot-on-Verfahren (Stronghold*)
Die Ansteckung dieser seltenen Protozoenkrankheit erfolgt durch den Verzehr von braunen
Hundezecken (Rhipicephalus sanguineus), die den Erreger Hepatozoon canis enthalten.
Symptome wie Fieber, gestörtes Allgemeinbefinden, Abmagerung, eitriger Augen- und
Nasenausfluß, Bewegungsunlust und Muskelschmerzen, treten v.a. bei Jungtieren und bei
Tieren mit schwachem Immunsystem auf. Die Diagnose wird mittels Bluttest
(mikroskopischer Nachweis) gestellt.
Die Prognose ist ungewiß. Einige Tiere erholen sich spontan mit Hilfe
symptomatischer
Behandlung, andere verenden. Die Behandlung besteht aus symptomatischen Maßnahmen.
Imidocarb kann versuchsweise eingesetzt werden.
Der Erreger Hämobartonella canis wird durch Zecken und evtl. Flöhe übertragen. Diese
Erkrankung scheint v.a. bei geschwächten Tieren anzugehen. Die Inkubationszeit beträgt 2
bis 14 Tage. Die Symptome bestehen aus Müdigkeit und sich langsam entwickelnder Blutarmut
(Anämie). Durch Bluttests kann die Diagnose gestellt werden.
Prognose: hängt vom Bestehen anderer, das Tier schwächenden Erkrankungen ab. Die
Behandlung setzt sich aus Oxytetrazyklinen, Steroiden und symptomatischen Maßnahmen
zusammen.
Prophylaxe: Zecken- und Flohbekämpfung mit geeigneten Präparaten.
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